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Kostenloser Mietvertrag für Wohnungen – Vorlage nach aktuellem Mietrecht

Über dieses Dokument

Der Wohnraummietvertrag regelt, zu welchen Bedingungen ein Vermieter einem Mieter eine Wohnung überlässt: Mietsache, Mietzeit, Miete und Betriebskosten, Kaution, Rechte und Pflichten beider Seiten. Das deutsche Mietrecht (§§ 535 bis 580a BGB) ist zum Schutz des Mieters weitgehend zwingend – Klauseln, die davon zu Lasten des Mieters abweichen, sind unwirksam. Ein guter Mietvertrag ist deshalb kein möglichst langer, sondern einer, dessen Klauseln vor Gericht halten.

Dieses Muster ist nach dem Stand von Gesetz und Rechtsprechung im September 2026 formuliert: Kaution höchstens drei Nettokaltmieten in drei Raten und ohne Zugriff auf streitige Forderungen (§ 551 BGB, BGH VIII ZR 234/13), Betriebskosten mit Verweis auf § 2 BetrKV, konkret benannten sonstigen Betriebskosten und Abrechnung binnen zwölf Monaten (§ 556 BGB, BGH VIII ZR 137/15), Schönheitsreparaturen nur bei renoviert übergebener Wohnung, mit Richtwerten statt starrer Fristen und ohne Endrenovierungs- oder Quotenklausel (BGH VIII ZR 185/14, 361/03), Kleinreparaturen mit doppelter Obergrenze, Tierhaltung ohne pauschales Verbot (BGH VIII ZR 168/12), Kündigungsverzicht bis vier Jahre (BGH VIII ZR 27/04), Befristung nur mit den Gründen des § 575 BGB, Mietpreisbremse mit der bis Ende 2029 verlängerten Rechtslage und Auskunft nach § 556g Abs. 1a BGB, Energieausweis nach § 80 GModG und Wohnungsgeberbestätigung nach § 19 BMG.

Der Vertrag passt sich Ihren Antworten an: ein oder mehrere Vermieter (Privatperson oder Gesellschaft, mit oder ohne Hausverwaltung), bis zu vier Mieter, Wohnung, Haus oder Zimmer, Keller, Stellplatz und Garten, möbliert oder unmöbliert, unbefristet oder befristet, Betriebskostenvorauszahlung oder Pauschale, gesetzliche Erhöhung, Staffel- oder Indexmiete, Kaution als Barkaution, verpfändetes Sparbuch oder Bürgschaft.

Wann Sie es verwenden

Verwenden Sie es, wenn…

  • Sie vermieten als Privatperson eine Wohnung, ein Haus oder ein Zimmer – zum ersten Mal oder nach einem Mieterwechsel.
  • Sie brauchen einen Vertrag für mehrere Mieter, etwa ein Paar oder eine Wohngemeinschaft mit gesamtschuldnerischer Haftung.
  • Die Wohnung liegt in einem Gebiet mit Mietpreisbremse und Sie müssen die Auskunftspflicht vor Vertragsschluss erfüllen.
  • Sie möchten eine Staffel- oder Indexmiete vereinbaren oder eine Mindestlaufzeit über einen Kündigungsverzicht absichern.
  • Sie wollen keine Klauseln aus alten Formularen, die Gerichte längst gekippt haben – Fristenpläne, Quotenklauseln, Tierverbote.

Schritt für Schritt

So erstellen Sie: Mietvertrag für Wohnraum

  1. Vermieter und Mieter

    Ein oder mehrere Vermieter (Privatperson, Gesellschaft, Hausverwaltung) und alle Mieter, die haften und unterschreiben.

  2. Die Wohnung

    Adresse, Lage, Zimmer und Wohnfläche, Keller, Stellplatz, Garten, Möblierung, Schlüssel, Energieausweis und Zustand bei Übergabe – jede Frage erklärt, warum sie wichtig ist.

  3. Laufzeit, Miete und Kaution

    Unbefristet oder befristet mit gesetzlichem Grund, Kündigungsverzicht, Nettokaltmiete und Betriebskosten, Staffel- oder Indexmiete, Mietpreisbremse, Kaution mit Anlageform.

  4. Nutzung und Reparaturen

    Tierhaltung, Untervermietung, Hausordnung, Schönheitsreparaturen und Kleinreparaturklausel – mit Warnhinweisen, wenn eine Wahl rechtlich nicht trägt.

  5. Herunterladen und unterschreiben

    Der fertige Vertrag steht als PDF und Word bereit, mit Anlagenliste und Unterschriftsfeldern für jeden Vermieter und Mieter.

Gut zu wissen

Häufig gestellte Fragen

Muss ein Mietvertrag schriftlich sein?

Nein, auch ein mündlicher Mietvertrag ist wirksam. Wird ein Mietvertrag für länger als ein Jahr nicht schriftlich geschlossen, gilt er als auf unbestimmte Zeit geschlossen (§ 550 BGB). Praktisch ist die Schriftform unverzichtbar: Ohne Vertrag lassen sich Kaution, Betriebskosten, Staffelmiete oder ein Kündigungsverzicht nicht beweisen.

Wie hoch darf die Kaution sein, und wann muss sie zurück?

Höchstens das Dreifache der monatlichen Nettokaltmiete (§ 551 BGB). Der Mieter darf sie in drei gleichen Monatsraten zahlen; die erste Rate ist zu Beginn des Mietverhältnisses fällig. Der Vermieter muss eine Barkaution getrennt von seinem Vermögen verzinslich anlegen und darf während der Mietzeit nicht wegen streitiger Forderungen darauf zugreifen (BGH VIII ZR 234/13). Nach dem Auszug hat er eine angemessene Prüffrist, in der Regel bis zu sechs Monate (BGH VIII ZR 71/05).

Kann ich die Schönheitsreparaturen auf den Mieter übertragen?

Nur, wenn die Wohnung renoviert übergeben wird (BGH, Urteil vom 18. März 2015, VIII ZR 185/14). Bei unrenovierter Übergabe ist die Klausel unwirksam, sofern der Mieter keinen angemessenen Ausgleich erhält. Außerdem sind starre Fristen („alle drei Jahre“) und Quotenabgeltungsklauseln unwirksam. Das Muster fragt den Zustand ab und formuliert die Klausel entsprechend.

Welche Kleinreparaturen darf ich dem Mieter auferlegen?

Nur kleine Instandsetzungen an Gegenständen, die dem häufigen Zugriff des Mieters ausgesetzt sind – etwa Wasserhähne, Lichtschalter, Fenster- und Türverschlüsse. Die Klausel braucht eine Obergrenze je Reparatur (Gerichte akzeptieren etwa 100 bis 150 Euro) und eine Jahresobergrenze (üblich 6 bis 8 Prozent der Jahresnettokaltmiete). Der Mieter darf nicht verpflichtet werden, die Reparatur selbst zu beauftragen.

Darf ich Hunde und Katzen verbieten?

Ein pauschales Verbot ist unwirksam (BGH, Urteil vom 20. März 2013, VIII ZR 168/12). Kleintiere wie Fische, Vögel oder Hamster sind immer erlaubt. Für Hunde und Katzen darf der Vertrag eine Zustimmung des Vermieters verlangen, die dieser nur aus sachlichen Gründen verweigern darf. Genau so ist die Klausel im Muster formuliert.

Was ist die Mietpreisbremse und was muss ich beachten?

In Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt – per Landesverordnung in 13 Bundesländern, etwa in Berlin, Hamburg, München und vielen weiteren Städten – darf die Miete bei Neuvermietung die ortsübliche Vergleichsmiete um höchstens zehn Prozent überschreiten (§ 556d BGB). Die Regelung wurde 2025 bis zum 31. Dezember 2029 verlängert. Ausnahmen gelten für Neubauten ab Oktober 2014, nach umfassender Modernisierung und bei höherer Vormiete – aber nur, wenn der Vermieter den Mieter vor dessen Unterschrift unaufgefordert in Textform darüber informiert hat (§ 556g Abs. 1a BGB); sonst kann er sich erst zwei Jahre nach Nachholung darauf berufen. Bei einer Staffelmiete gilt die Grenze für jede Staffel.

Kann ich den Mietvertrag befristen?

Nur mit einem der drei gesetzlichen Gründe: Eigenbedarf nach Ablauf, geplanter Abriss oder wesentlicher Umbau oder Vermietung an einen Dienstverpflichteten (§ 575 BGB). Der Grund muss bei Vertragsschluss schriftlich mitgeteilt werden. Fehlt er, gilt der Vertrag als unbefristet. Wer nur eine Mindestlaufzeit will, vereinbart stattdessen einen beidseitigen Kündigungsverzicht von bis zu vier Jahren.

Welche Kündigungsfristen gelten?

Der Mieter kann immer mit drei Monaten kündigen. Für den Vermieter gelten drei Monate, nach fünf Jahren Mietdauer sechs und nach acht Jahren neun Monate (§ 573c BGB). Die Kündigung muss spätestens am dritten Werktag eines Monats zugehen und schriftlich erfolgen. Der Vermieter braucht außerdem ein berechtigtes Interesse, etwa Eigenbedarf.

Staffelmiete oder Indexmiete – was ist der Unterschied?

Bei der Staffelmiete stehen die künftigen Mieten und ihre Termine von Anfang an im Vertrag; zwischen zwei Staffeln muss mindestens ein Jahr liegen (§ 557a BGB). Bei der Indexmiete folgt die Miete dem Verbraucherpreisindex; die Anpassung erfolgt frühestens nach einem Jahr durch Erklärung in Textform (§ 557b BGB). In beiden Fällen sind gewöhnliche Erhöhungen zur Vergleichsmiete ausgeschlossen.

Was gehört zu den Betriebskosten?

Die in § 2 der Betriebskostenverordnung aufgezählten Kostenarten – Grundsteuer, Wasser, Heizung, Aufzug, Müll, Hausreinigung, Gartenpflege, Versicherungen, Hauswart und andere. Der Vertrag muss die Umlage vereinbaren; ohne Vereinbarung sind die Kosten in der Miete enthalten. Über Vorauszahlungen muss der Vermieter innerhalb von zwölf Monaten nach Ende des Abrechnungszeitraums abrechnen, sonst kann er keine Nachzahlung mehr verlangen.

Brauche ich einen Energieausweis?

Ja. Der Energieausweis muss dem Interessenten spätestens bei der Besichtigung vorgelegt und dem Mieter nach Vertragsschluss als Kopie übergeben werden (§ 80 GModG, dem früheren Gebäudeenergiegesetz). Die wichtigsten Kennwerte stehen im Vertrag. Ausgenommen sind unter anderem Baudenkmäler und sehr kleine Gebäude.

Was ist die Wohnungsgeberbestätigung?

Der Vermieter muss dem Mieter den Einzug schriftlich bestätigen, damit dieser sich innerhalb von zwei Wochen beim Einwohnermeldeamt anmelden kann (§ 19 Bundesmeldegesetz). Der Vertrag erinnert beide Seiten daran; die Bestätigung selbst ist ein separates Formular.

Darf der Mieter untervermieten?

Nur mit Erlaubnis des Vermieters (§ 540 BGB). Entsteht nach Vertragsschluss ein berechtigtes Interesse – etwa ein befristeter Auslandsaufenthalt –, hat der Mieter Anspruch auf die Erlaubnis für einen Teil der Wohnung (§ 553 BGB). Kein berechtigtes Interesse ist die gewinnbringende Untervermietung (BGH VIII ZR 228/23, Januar 2026). Kurzzeitvermietung an Feriengäste schließt der Vertrag ohne gesonderte Erlaubnis aus.

Was ändert sich mit der Mietrechtsreform („Mietrecht II“)?

Der Regierungsentwurf vom April 2026 sieht unter anderem vor: Möblierungszuschläge höchstens ein Prozent des Zeitwerts pro Monat mit Auskunftspflicht, eine Dämpfung von Indexmieten in angespannten Märkten, Kurzzeitvermietung nur bis sechs Monate und die Heilung auch der ordentlichen Kündigung durch Nachzahlung. Stand September 2026 ist das Gesetz noch nicht beschlossen. Der Vertrag weist den Möblierungszuschlag bereits gesondert aus und verweist bei der Indexmiete auf die jeweils geltenden gesetzlichen Grenzen – er muss bei Inkrafttreten nicht neu gefasst werden.

Haften mehrere Mieter gemeinsam?

Ja. Alle Mieter, die den Vertrag unterschreiben, haften als Gesamtschuldner für die gesamte Miete. Zieht einer aus, bleibt er verpflichtet, bis der Vertrag mit Zustimmung des Vermieters geändert wird. Kündigen können mehrere Mieter nur gemeinsam.

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